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v. Gamm - Kurzüberblick


Die v. Gamm sind das einzige wendische mecklenburgische Herrengeschlecht, das zusammen mit dem Fürstenhaus noch heute blüht. Ältestes sich nachweisbares Glied ist Heinricus Gamma, Gefolgsmann des Fürsten Borwin I. von Mecklenburg, zuletzt erwähnt 1218. Im Gegensatz zu den meisten wendischen Grossen hat er sich der unaufhaltsam vordringenden ritterlichen Germansisation Mecklenburgs nicht entgegengestellt, sondern geglaubt, seinen Stammesgenossen besser dienen zu können, indem er sich der deutschen Ritterschaft im Kolonialgebiet als Stammesgenosse einordnete und 1226 in der nach deutschem Muster umgestalteten Hofhaltung Borwins I. das wichtige Amt des Truchsessen übernahm. Von 1227 bis 1229 war er führendes Mitglied des Vormundschaftsrats für Borwins Enkel.

Das Geschlecht teilte sich um 1300 in drei Stammlinien, von denen der Hauptstamm Byliewe (slawisch == weisse Burg) mit Dankwart, Sohn Berndts d. J. auf Burg Byliewe (nun Bülower Burg, bei Güstrow), um 1400 erlosch. Weitere Stämme waren Alt-Schwerin und Göhren-Gammenwerder. Der Stamm Alt-Schwerin und Gammenwerder lebte durch die Heirat Christoph V. v. Gamm a.d.H. Göhren mit der Erbtochter Ilsabe des Stammes Alt Schwerin 1587 wieder auf und begründete schon in der übernächsten Generation Zweige mit beträchtlichem Grundbesitz in Dänemark, Schlesien und Russland. Auf dem Reichstag in Augsburg 1530 sind die Häupter beider Stammlinien im Gefolge der mecklenburgischen Herzöge vertreten.

Das Alt-Schweriner und das Göhrener Haus hat namhafte hohe Offiziere und Diplomaten vorzugsweise der dänischen und schwedischen Krone gestellt, darunter den dänischen Kavallerie-General Otto Friedrich v. Gamm des dänischen Zweiges Schloss Sandholt-Sobysogaard (+ 1698) und den dänischen, danach mecklenburgischen Minister Baron Christoph Otto v. Gamm aus dem Hause Göhren-Gammenwerder (+ 1796), dessen genealogisch-historische Arbeiten von landesgeschichtlicher Bedeutung wurden. Beide waren Ritter des Danebrog-Ordens.

Das schlesisch-katholische Haus ist Mitte des 19. Jahrhunderts erloschen. Die Gesamtfamilie hat die k.u.k. österreichische Genehmigung (vom 27.5.1858) sich des Freiherrentitels jeweils prävalieren zu dürfen. Die Familie ist seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in München angesiedelt. 

Autor: Dr. Johannes Biereye, nachgeführt durch Chr. v. Gamm

Wappen:

Im Siegel (im 18. Jahrhundert bis 1918 B) drei schrägrechts untereinandere gestellte achtstrrahlige rote Sterne. Auf dem getragenem blauen Helm mit rot-weissen Decken ein an den Spitzen mit je einem Pfauenwedel befestigter roter achteckiger Stern mit zwei ganz eingefassten und bequasten, ausw. gestellten blauen Standarten (diese erst seit dem 17. Jahrhundert). Decken: rot-weiss.

Wappen der v. Gamm - aus dem "Münchner Kalender" von 1936


Plauer See bei Alt-Schwerin: Foto - Niteshift

Alt-Schwerin: Dieser Ort wurde 1289 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war er ein Bauerndorf. Im 14. Jahrhundert bis Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Familie v. Gamm als Besitzer des Gutes Alt Schwerin genannt. Besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg wandelte sich der Ort zum Gutsdorf. Im Jahr 1720 gelang es der ansässigen Familie Wangelin den ganzen Ort zu kaufen. 

Dorfkirche von Alt-Schwerin: Foto - Niteshift


Göhren-Lebbin liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte umgeben von leichten Hügeln und vielen Seen. Die Gemeinde befindet sich direkt am Fleesensee und Kölpinsee, zwei der Mecklenburgischen Oberseen, mit direkter schleusenfreier Verbindung zur Müritz und dem Plauer See. Das Revier ist ideal geeignet für viele Aktivitäten im und auf dem Wasser. Die nahe gelegene Stadt Malchow ist etwa sechs Kilometer entfernt.

Dorfkirche von Poppentin bei Göhren-Lebbin aus dem 13. Jahrhundert: Foto - Niteshift